Meine Sowohl-als-auch-Methode: Warum echte Gesundheit immer eine Frage der Balance ist

Von Michaela Hastenteufel, Personal Trainerin für Frauen ab 40 in Hamburg-Altona

Wenn mich jemand fragt, was mein Ansatz als Trainerin eigentlich ist, dann sage ich meistens: Ich helfe dir, dein Gleichgewicht wiederzufinden. Und damit meine ich nicht das Gleichgewicht auf einem Bein (obwohl wir das auch trainieren), sondern das Gleichgewicht in deinem Leben insgesamt.

Denn das erlebe ich in meiner Arbeit mit Frauen ab 40 wirklich immer wieder: Wir sind großartig darin, Vollgas zu geben. Im Job, in der Familie, im Haushalt, für alle anderen. Aber irgendwann kippt etwas. Der Körper meldet sich, die Energie lässt nach, der Schlaf wird schlechter. Und dann suchen wir nach der einen Lösung. Der perfekten Ernährung, dem richtigen Sportprogramm, dem Supplement, das alles wieder richtet.

Aber so funktioniert es leider nicht. Was wirklich funktioniert, ist Balance.

Sowohl als auch, nicht entweder oder

Das ist der Gedanke, der sich durch meine gesamte Arbeit zieht, und den ich die Sowohl-als-auch-Methode nenne: Sowohl als auch. Nicht entweder oder.

Nicht: Entweder du trainierst hart, oder du ruhst dich aus. Sondern: Du trainierst, und du gönnst dir danach die Erholung, die dein Körper braucht.

Nicht: Entweder du achtest penibel auf deine Ernährung, oder du genießt das Leben. Sondern: Du versorgst deinen Körper mit allem, was er braucht, und isst trotzdem am Wochenende ganz entspannt das Stück Kuchen, wenn dir danach ist.

Nicht: Entweder du bist diszipliniert, oder du bist locker. Sondern: Du findest einen Rhythmus, der sich für dich stimmig anfühlt.

Ich glaube ganz fest daran, dass dieser Ansatz deshalb so gut funktioniert, weil er ehrlich ist. Weil er kein Ideal aufstellt, dem du hinterherlaufen musst. Sondern weil er anerkennt, dass dein Körper ab 40 nicht weniger braucht, sondern beides: Herausforderung und Erholung, Struktur und Flexibilität, Austausch und Rückzug.

Wie sich das im Training zeigt

Wenn wir zusammen draußen trainieren (und ja, bei fast jedem Wetter), dann fordere ich dich. Keine Frage. Aber ich achte genauso darauf, was danach passiert. Denn was viele nicht wissen: Dein Muskel wächst nicht während des Trainings, sondern in der Ruhephase danach. Und gerade ab 40 regeneriert dein Körper etwas langsamer als in jüngeren Jahren. Das ist keine Schwäche, das ist einfach Biologie. Wenn du das verstehst und respektierst, wirst du stärker. Nicht trotzdem, sondern gerade deswegen.

Konkret bedeutet das, dass Anspannung und Entspannung bei mir immer zusammengehören. Ein intensives Outdoor-Training und danach ein bewusster Cool-down mit Mobility, Atemübungen und Dehnung. Nicht als lästiges Pflichtprogramm am Ende, sondern als fester Teil des Trainings, der genauso wichtig ist wie die Kniebeugen vorher.

Und es bedeutet auch, dass wir nicht jeden Tag trainieren. Dein Körper braucht Tage ohne Belastung, und die sind kein Zeichen von Faulheit, sondern von Klugheit. Eine meiner Kundinnen hat mal zu mir gesagt: „Seit ich gelernt habe, dass Pause zum Training dazugehört, schlafe ich endlich wieder durch." Das hat mich sehr berührt, weil es genau das auf den Punkt bringt, worum es mir geht.

Wie sich das bei der Ernährung zeigt

Ich sage meinen Kundinnen nie: „Iss das nicht." Ich sage ihnen: „Achte darauf, dass dein Körper alles bekommt, was er braucht." Und das ist ein riesiger Unterschied.

Ernährung ab 40 ist keine Frage von Verzicht. Es ist eine Frage der Balance. Genug Protein für deine Muskeln und gleichzeitig genug Ballaststoffe für deine Verdauung. Ausreichend Mikronährstoffe (und ja, gerade in den Wechseljahren verändert sich da einiges) und gleichzeitig die Freude am Essen nicht verlieren. Regelmäßige Mahlzeiten, die dir guttun, und die Freiheit, auch mal vom Plan abzuweichen, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben.

Wenn du ständig das Gefühl hast, etwas falsch zu machen, dann stimmt meistens nicht dein Verhalten, sondern der Rahmen, den du dir gesetzt hast. Mein Ansatz setzt einen anderen Rahmen: einen, in dem beides Platz hat.

Wie sich das in deinem Alltag zeigt

Die Balance-Idee hört nicht beim Training und bei der Ernährung auf. Sie betrifft eigentlich deinen ganzen Alltag, und ich möchte dir ein paar Beispiele geben, die mir in Gesprächen mit meinen Kundinnen immer wieder begegnen.

Austausch und Rückzug. Du brauchst Menschen um dich herum, Gespräche, Verbindung, das Gefühl, gesehen zu werden. Aber du brauchst genauso Momente der Stille, in denen nur du mit dir bist. Viele Frauen, die zu mir kommen, haben verlernt, sich diese Momente bewusst zu nehmen. Und das macht auf Dauer etwas mit dir.

Arbeiten und Pausieren. Dein Körper ist nicht dafür gemacht, den ganzen Tag auf Hochtouren zu laufen. Er braucht einen Rhythmus. Phasen, in denen du fokussiert arbeitest, und Phasen, in denen du bewusst runterkommst. Nicht als Belohnung für harte Arbeit, sondern als Grundbedürfnis.

Struktur und Flexibilität. Ein Plan gibt dir Orientierung, und ich bin ein großer Fan von Plänen. Aber wenn er zum Korsett wird, dann nimmt er dir die Luft. Die besten Ergebnisse erziele ich mit Kundinnen, die einen klaren Rahmen haben, sich darin aber frei bewegen dürfen.

Warum dieser Ansatz gerade ab 40 so gut funktioniert

Jüngere Menschen können oft mit Extremen davonkommen. Drei Tage nur Salat, dann eine Woche auf der Couch, der Körper steckt das weg. Ab 40 wird dein Körper ehrlicher. Er zeigt dir schneller, wenn etwas nicht stimmt. Und er belohnt dich genauso schnell, wenn du gut für ihn sorgst.

Das ist kein Nachteil. Das ist eine echte Chance.

Viele Frauen, die zu mir kommen, haben jahrelang versucht, einem Ideal hinterherzulaufen, das einfach nicht zu ihrem Leben passt. Mein Job ist nicht, ihnen ein neues Ideal zu geben. Mein Job ist, ihnen zu zeigen, dass sie gar kein Ideal brauchen, sondern einen Rhythmus, der sich gut anfühlt und der zu ihnen passt.

Das ist die Sowohl-als-auch-Methode: Nicht perfekt sein müssen. Sondern in Balance kommen, und dort bleiben dürfen.

Dein nächster Schritt

Du möchtest herausfinden, wie das für dich ganz konkret aussehen kann? Dann lass uns einfach mal reden. In einem kostenlosen Kennenlerngespräch schauen wir gemeinsam, wo du gerade stehst und was dein Körper wirklich braucht. Ganz unverbindlich und ohne Druck.

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Ich freue mich, von dir zu hören! 🙂

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