Warum ich meine Klientinnen lieber im Park trainiere als im Fitnessstudio
von Michaela Hastenteufel · Miss One to One · Personal Training Hamburg-Altona
Es regnet. Nicht stark, aber es regnet. Und trotzdem stehen wir draußen, meine Klientin und ich, im Quartierspark in Altona, und trainieren. Sie lacht über sich selbst, weil sie dachte, sie würde heute absagen. Stattdessen fühlt sie sich nach 45 Minuten besser als seit Wochen.
Das passiert immer wieder, und es ist kein Zufall.
Das Fitnessstudio ist per se nicht verkehrt
Ich möchte das gleich klarstellen, weil ich sonst Nachrichten bekomme: Fitnessstudios sind gut. Für viele Menschen ist das Fitnessstudio genau das Richtige, weil es Struktur gibt, weil der Weg kurz ist, weil man drinnen einfach anfangen kann ohne viel nachzudenken.
Aber wenn ich ehrlich bin, kenne ich viele Frauen, die eine Jahreskarte haben und trotzdem kaum hingehen. Das liegt häufig gar nicht an fehlender Disziplin, sondern weil der Weg dorthin, die Umkleide, die Geräte, die anderen Menschen, das Licht, all das eine eigene Hürde ist. Und weil das Gefühl, wenn man drinnen trainiert hat, oft nicht das ist, das einem den nächsten Besuch leicht macht.
Das Training im Freien ist anders. Es ist sicher nicht besser für jeden, aber für viele Frauen, die ich begleite, deutlich besser.
Was draußen passiert, das drinnen nicht passiert
Das Nervensystem reagiert auf Natur anders als auf künstliche Umgebungen. Ich möchte hier nicht esoterisch wirken, es ist einfach nachgewiesen: Licht, das sich verändert. Geräusche, die nicht gleichförmig sind. Luft, die sich bewegt. All das sendet dem Körper Signale, die Entspannung und Aufmerksamkeit gleichzeitig fördern, was im Training ein sehr angenehmer Zustand ist.
Ich beobachte bei meinen Klientinnen regelmäßig, dass sie draußen anders atmen, viel tiefer und irgendwie freier. Und dass sie weniger im Kopf sind, dass Gespräche entstehen, die drinnen nie entstehen würden, weil der Raum es nicht zulässt. Und dass das Training sich am Ende leichter anfühlt, obwohl die Belastung dieselbe ist.
Gerade für Frauen in den Wechseljahren, deren Nervensystem ohnehin unter erhöhtem Druck steht, ist dieser Effekt nicht unwesentlich, er ist ein echter Bestandteil des Trainings.
Gemeinschaft als Trainingsfaktor
Neben meinem Personal Training bin ich auch Teil von Original Bootcamp, einem Outdoor-Gruppentraining, das es in vielen Hamburger Parks gibt. Was mich daran von Anfang an überzeugt hat, ist nicht nur das Training selbst, sondern das, was drumherum entsteht.
Wenn du regelmäßig mit denselben Menschen im Freien trainierst, passiert etwas Merkwürdiges und Schönes: du freust dich auf sie. Der soziale Aspekt, das gemeinsame Schwitzen, das Lachen, wenn jemand bei einer Übung stolpert (meistens ich), das gegenseitige Anfeuern, all das macht aus einem Training eine Erfahrung, die du nicht so leicht absagst.
Ich habe Frauen erlebt, die jahrelang alleine ins Fitnessstudio gegangen sind, ohne dass eine einzige Person ihren Namen kannte. Und dieselben Frauen kommen nach wenigen Wochen im Gruppentraining draußen an und werden begrüßt. Das klingt vielleicht nach einer Kleinigkeit, ist sie aber nicht.
Was ich meinen Klientinnen im Park biete
Beim Personal Training draußen geht es nicht darum, dass wir auf Bänken turnen und hoffen, dass niemand guckt. Es ist strukturiertes Training, individuell auf dich abgestimmt, mit klarer Belastungssteuerung und einem Plan, der sich entwickelt. Der Unterschied zum Studio ist der Ort und das Ambiente, nicht die Qualität.
Ich kenne die Parks in Altona gut. Ich weiß, wo wir ungestört sind, wo der Boden auch nach Regen gut zu nutzen ist, und wie wir das Training so gestalten, dass du dich nicht vorgeführt fühlst, sondern einfach trainierst. Viele meiner Klientinnen dachten am Anfang, Outdoor-Training wäre nichts für sie. Die meisten sind heute nicht mehr wegzudenken davon.
Und wenn es wirklich zu kalt ist?
Dann ziehen wir uns wärmer an. Im Ernst: die meisten Menschen unterschätzen, wie schnell man beim Training warm wird. Und wie sehr der Kopf anfangs protestiert, während der Körper längst bereit wäre.
Es gibt natürlich Tage, an denen wir die Pläne anpassen. Sturm, Glatteis, echte Ausnahmen. Aber "es ist ein bisschen kalt" gehört nicht dazu. Und das wissen meine Klientinnen nach spätestens dem zweiten Herbst. Dann kommen sie mit leuchtenden Augen nach dem Training und sagen: "Das war so gut."
Genau das ist es, was ich meine, wenn ich sage, dass Outdoor-Training mehr ist als eine Alternative zum Studio. Es ist eine andere Beziehung zum eigenen Körper, zur eigenen Leistung und zur Natur. Und die lohnt sich, gerade ab 40, wenn vieles im Leben neu sortiert wird, anzufangen.
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